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Firmen



Sämtliche Bilder auf dieser Seite stammen aus alten Prospekten, Zeitschriften bzw. wurden uns von den Firmen und einzelnen Privatpersonen zur Verfügung gestellt.


Eskimo - Spirit of Kayaking

Edmund Schnappinger aus Landsberg am Lech machte 1978 sein Hobby zum Beruf und gründet die Eskimo Kunstoffteile GmbH. Sein handwerkliches Geschick gepaart mit technischem Know-How sprachen sich schnell herum.

Das Gardemaß gekappt!

1979 zu einer Zeit als sich andere Hersteller beim Bau ihrer Wildwasserboote mit dem alt-ehrwürdigen Maß von 4 Meter zufrieden gaben, schockierte Edi Schnappinger die Fachwelt. Vom Gardemaß unbeeindruckt bot er der Wildwasserszene ein nur 220 cm langes Boot an - das TOPOLINO.



'Anachronist! Wer fährt denn heute noch 4-m-Boote...' (Quelle: 'Paddel', Info-Blatt für Wildwasserfahrer. Medieninhaber und Herausgeber: Lammertaler Kajakschule, Abtenau 1983)


Obwohl die Konkurrenz ja angeblich nicht schläft, ignorierten die meisten Mitbewerber den Trend zum kurzen Boot oder taten die wendigen Minikajaks als Spinnerei ab. Als konservative Hersteller doch begannen in der TOPO-Klasse herumzubasteln schlug Eskimo schon wieder zu: Das erste Wildwasserkajak der Kompaktklasse, der GATTINO, verließ 1983 die kleine Kajakschmiede. Das moderne 3-Meter-Boot war geboren.

ESKIMO - kleine Boote für großen Spaß!

Polyethylen - ein neuer Werkstoff erobert die Kanuwelt.
Aber PE ist nicht gleich PE! Nach schlechten Erfahrungen bezüglich der Belastbarkeit und Haltbarkeit von rotations-gefertigten Kajaks entscheidet sich ESKIMO 1984 für das aufwändigere und teurere Blasverfahren. Diese Technologie erlaubt die Verwendung von hochmolekularem PE. ESKIMO-Kajaks sind jetzt nicht nur die innovativsten, sondern auch die stabilsten!

1988 wagte man sich bei Eskimo zur Herstellung eines voll wildwassertauglichen Zweier-Kajaks. Der TOPO-DUO war geboren.

1994 kommt Jan Kellner zu ESKIMO und ist fortan für Produktentwicklung und Marketing zuständig.

Der "god father of rodeo" und Ausnahmeathlet schlägt mit seinen Entwicklungen die Brücke zwischen extremen Einsatzgebieten und "Alltagstauglichkeit". Seine Kajaks sind bei Topfahrern ebenso beliebt wie bei Neueinsteigern.

1995 läutet Jan Kellner mit dem DIABLO eine neue Ära ein. Extremer geht es nicht mehr, aber schöner. Es zählt nicht mehr nur die Bewältigung möglichst hoher Schwierigkeitsgrade, ein technisch sauberer Fahrstil ist vielen wichtiger. Der DIABLO wird zu einem der erfolgreichsten Wildwasser-Allrounder: schwierigste Passagen werden mit dem DIABLO ebenso gemeistert, wie wildwasser-akrobatische Kunststücke.



Foto links: Rodeo-WM 1991, Augsburg, von links nach rechts:
Dan Gavere, Jan Kellner, Arnd Schäftlein, Dieter Singer und Manuel Arnu
Foto rechts: 1991 wird Jan Kellner der erste Weltmeister im Wildwasser-Rodeo

1996 kommt mit dem KENDO das nächste Erfolgskajak. Bei der RODEO-WM in Augsburg ist der Kendo das erfolgreichste Kajak. Unter den ersten Zehn plazieren sich 5 Kendo-Piloten.

Doch die Entwicklung schreitet voran: mittlerweile sind Rodeokajaks absolute Spezialboote für Welle oder Walze. Rodeo- und Spielboote kommen und gehen. Doch der KENDO bleibt! Er entwickelt sich zu einem der beliebtesten Kajaks für sportlich ambitionierte Wildwasserpaddler und zum bevorzugten Kajak für alle Leichtgewichte.

Eskimo war einer der ersten Sponsoren der Wildwomen. Zu den Treffen in Lofer gab es immer Testboote von Eskimo und somit wurde der Kendo auch zu einem beliebten Frauenboot.

1997 kommt mit dem Cerro das weltweit erste Boot in COEX-Technologie heraus. 1999 werden Diabolo und Kendo überarbeitet, neue Entwicklungen und Erkenntnisse fließen ein. Diabolo evolution und Kendo evolution setzen wieder einmal den Maßstab. 2001 - Der SALTO ist das erste Alpinkajak, das die Flachbodenbauweise moderner Rodeokajaks sinnvoll in ein Kajak dieser Klasse integriert und so dem Alpinen Wildwassersport wieder neuen Schwung verleiht. Mittlerweile gibt es den überarbeiteten Salto evolution und Neuentwicklungen wie Speedo, Xeno, Lupo ...



Paddler: Jens Reinhold, Fluss: Colorado, Boot: Xeno von Eskimo, Foto: Ilse Entner

2005 zieht sich Edi Schnappinger aus dem Kajakgeschäft zurück. ESKIMO wird Bestandteil der RIKUTEC Kunststofftechnik GMBH & Co.Kg. und Jan Kellner wird dort Leiter der neuen Wassersportabteilung.
(Quelle: www.kanu-oberbayern.de, Fotos: Eskimo, Jan Kellner und Ilse Entner)

ESKIMO ist wieder da!

Im Jahr 2014 übernahm die ZISTCO GmbH die Rechte für die Produktion und den internationalen Vertrieb am Markennamen ESKIMO. Nach technischen Änderungen und Weiterentwicklungen sind ESKIMO-Kajaks ab dem Frühjahr 2015 im Internet zu erwerben. Dabei geht es mit vier Weiterentwicklungen bekannter und erfolgreicher Kajaks weiter auf der Erfolgsspur.

Die Modelle TOPO-DUO und LUPO kommen in ihrem bewährten Design zurück. Das ESKIMO SALTO wird qualitativ überarbeitet um den Fahrern noch ein robusteres Boot zur Verfügung zu stellen. Das ESKIMO KENDO wird ebenfalls im neuen Design erhältlich sein. Alle Modelle werden voraussichtlich ab April/Mai 2015 verfügbar sein. Der ausschließliche Online-Vertrieb ermöglicht den besten Preis für den Kunden!!! (Quelle: www.eskimo.de)


Klepper Faltboote

Im Jahre 1907 erwarb der Rosenheimer Schneidermeister und Wassersportler Johann Klepper die Lizenz von Alfred Heurich, dem Urheber der modernen Faltbootidee, für die Alleinfabrikation des Bootstypes Delphin. Er verwirklichte damit seinen Traum: Ein Boot zum Mitnehmen herzustellen.

In den Anfangsjahren wurde Johann Klepper (1868-1949) noch belächelt, als 'spinnender Schneider' abgetan und war dem Spott und Hohn der Kritiker ausgesetzt. Dies konnte ihn bei der Verwirklichung seiner Idee jedoch nicht bremsen. 1919 gründete er mit Karl Stich die Firma Klepperwerke GmbH die in das Dachgeschoss des Klepperhauses in Rosenheim einzog.

Johann Klepper war klar, dass die Konstruktion von Heurichs 'Delphin' noch weit von einem benutzerfreundlichen Serienboot entfernt war. Die Bootsentwicklung ging weiter. Durch eine massive Eschenholzkonstruktion und eine Kniehebelspannung erreichte man eine gute Längssteifigkeit und eine optimale Spannung zwischen Haut und Gerüst. Diese Konstruktion ermöglichte erstmals den Bau eines stabilen Zweisitzers. Die Entwicklung und Fabrikation eines ausgereiften Faltbootes sowie die zahlreichen Präsentationen auf Ausstellungen durch Johann Klepper machten das Klepper Boot zum Faltboot Nr.1 der Welt. Bereits Ende der 1920er Jahre wurden täglich 90 Faltboote produziert

Bevor ein neuer Bootstyp auf den Markt kam wurden Form, Materialien und Haltbarkeit lange auf Herz und Nieren geprüft und abgestimmt. Erst nach unzähligen Tests, die unbeschadet überstanden werden mussten, war das neue Boot würdig den Namen Klepper zu tragen.

1929 übernahm Hans Klepper (1903-1967) die Firma, baute die Produktpalette aus und exportierte die Klepperfaltboote weltweit. Von der Qualität seiner Produkte überzeugt, brauchte er die Konkurrenz weltweit nicht zu fürchten. Eine in der Geschichte der Klepper Werke immer wieder auftauchende Niederlassung war die Hans Klepper Corporation in New York.

Mitte der 1950er Jahren kam der Klepper Aerius auf den Markt. Das Boot zeichnete sich durch eine absolute Neuheit aus, zwei seitlich eingearbeitete Luftschläuche. Diese Luftschläuche machen das Boot auch heute noch unsinkbar und im Handling weitgehend kentersicher. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich der Aerius zum bestverkauften Klepper-Boot des Programms und wird auch heute noch in verbesserter Form gebaut.

Eine Erfolgstory schien in den 1970er Jahren mit dem Aufkommen der Kunststoffkajaks zu Ende zu gehen.

1972 kaufte Herbert Michalke die Firma und brachte sie erneut in die Gewinnzone. 1978 musste die Firma jedoch den Betrieb einstellen.

Aufgrund weiterer Nachfrage nach Faltbooten begann der Rosenheimer Hermann Siegesmund Walther, Klepper Faltboote in Lizenz zu fertigen. 1981 wurde die H:S:Walther GmbH gegründet.

Am 14. Oktober 1995 zerstörte ein Großbrand die Gebäude der H:S:Walther GmbH bis auf die Grundmauern. Alle Unterlagen, Werkzeuge, Schnitte und die nicht zu ersetzenden historischen Boote und Gerüste fielen den Flammen zum Opfer. Das Ende der Klepper Faltboote schien besiegelt.

Dem großen persönlichen Einsatz aller Mitarbeiter ist es zu verdanken dass, nach dem Neubau der Fabrik, bereits im März 1996 das erste Boot nach dem Brand fertig gestellt werden konnte. Dieses Boot ist heute im Ausstellungsraum des KLEPPER Museum e.V. im Klepperpark zu sehen. Es trägt die Unterschriften aller seinerzeit an der Produktion beteiligten Mitarbeiter.

1998 erwarb Dr. Henning Isbruch von Dr. Hans Carl Walther, der in den USA lebt, die Firma. Dr. Isbruch hat Hermann Siegesmund Walther bereits seit der Firmengründung im Jahre 1981 beratend begleitet. Seit dem Jahr 2000 wird die KLEPPER Faltbootwerft H.S. Walther GmbH als KLEPPER Faltbootwerft Aktiengesellschaft erfolgreich weiter geführt.

Alle Original KLEPPER Faltboote werden nach wie vor in aufwendiger, sorgfältiger Handarbeit in Rosenheim gefertigt. Jedes Original-KLEPPER-Faltboot ist ein Unikat und nur echt mit der Lizenznummer. Die Erfolgsgeschichte geht weiter.

In Rosenheim befinden sich das KLEPPER Museum e.V. und die KLEPPER Faltbootwerft Aktiengesellschaft.

(Quelle: www.kanu-oberbayern.de)













Klepper Faltbootwerft, 17.06.1919 bis 1997
Klepper Faltbootwerft H.S.Walther GmbH, 1981 bis 2000
Klepper Faltbootwerft AG, gegründet 1999




Marquardt Faltboote

  • 1859 wird das Stammhaus wird von Adolf Marquardt in Heilbronn a.N. gegründet, ursprünglich als Großhandlung in Kurzwaren
  • 1927 die Mifa-Faltbootwerft, Hannover, wird dem Heilbronner Betrieb eingegliedert. In großem Stil wird die Herstellung von Faltbooten, Zelten, und allem was zu Faltboot und Zelt gehört, aufgenommen
  • 1931 die Polar-Expedition des Luftschiffs 'Graf Zeppelin', die Nautilus-U-Boot-Pol-Expedition von Sir Wilkins werden mit Marquardt - Ski, Marquardt - Faltbooten, Marquardt-Zelten, Marquardt-Schlafsäcken usw. ausgerüstet
  • 1934 im Programm findet sich ein 5.50 m-Langzweier konventioneller Form
  • 1949 im Mai kann mit viel Mühen das 1. Faltboot der Nachkriegszeit vom Stapel laufen


Bootseigenschaften:

Die Schnelligkeit wir halten sie für die wichtigste Eigenschaft eines Bootes. Nicht, weil wir es eilig hätten - aber wozu sich unnötig schinden? Wozu zehn Paddelzüge machen, wo es acht auch tun? Weil die Schnelligkeit im Wesentlichen von der Länge gebracht wird, sind unsere beiden Boote die längsten gebauten Faltboote, der Einer ist 5,20 m lang, der Zweier 5,70 m lang. Extrem - aber mit handgreiflichem Nutzen.

Die Rauhwasserfestigkeit ist so wichtig wie die Schnelligkeit, ohne sie würde ja die ganze Schnelligkeit nichts nützen. Natürlich bringt hier die Länge etwas, noch mehr bringt aber die weit ausfallende Spantform ... und dazu kommt noch eine große Bauhöhe. Die ist so groß, daß kleine Fahrer besonders dicke Sitzunterlagen brauchen - aber Spantform und Bauhöhe bringen es mit sich, daß man kaum mehr grünes Wasser an Deck bekommt, nur noch Spritzwasser läuft bis zum Waschbord auf und bei Paddelbetrieb braucht man kaum mehr die Spritzdecke zu schließen.

Die Wendigkeit steht mit der Kursstabilität in direktem Widerspruch! Man kann nicht gleichzeitig extreme Wendigkeit und extreme Kursstabilität verlangen. Wir haben also Wendigkeit geopfert, die ist bei LZ und LE nicht extrem, sondern nur "handelsüblich" oder "gut bürgerlich" oder wie man sonst sagen will. Ungefährer Begriff: Zwei gute Leute fahren den LZ auch ohne Fußsteuer. Hat man aber eines, dann darf sogar der Vordermann ruhig Mist machen, ohne daß das Boot deswegen aus dem Kurs läft. .... Für Fahrer unter
1,70 m Körpergröße mit entsprechend geringer Arm-Reichweite empfehlen wir der Sicherheit halber ein Steuer.

Fünffache Haut in der Farbe Silber. Das Oberdeck ist adriarot, indanthern gefärbt. Der Zweier kostet ohne Zubehör und ohne Spritzdecke DM 415,- und der Einer DM 365,-. Die Wildwasser-Spritzdecke mit Eskimoring und Schürze kostet für den Zweier DM 45,- und für den Einer DM 35,-. Auf diese Preise kommt noch ein Zuschlag von 10 Prozent. (Quelle: Marquardt-Prospekte 1951, 1954). 1958 stellt die Firma Marquardt die Faltbootproduktion ein und wird von von der Firma Wilhelm Kober und Söhne aus Nellingen übernommen.











Adolf Marquardt K.G., Heilbronn, von 1859 (Faltbootproduktion ab 1927) bis 31.12.1958



Berger Faltboote, München

Die neuen Berger-Boote übertreffen alles Bisherige weit. Die äußere Erscheinung und Eleganz erfreut Ihr eigenes Herz und beweist Ihren Freunden, dass Sie Ihre Auswahl mit erlesenem Geschmack und mit großer Sachkenntnis getroffen haben. Die Farben der Haut - korallenrotes Unterschiff und khakibraunes Verdeck - klingen harmonisch zusammen, genaueres Ansehen verrät dem Kenner deren hohe Qualität. Der formschön geschwungene Süll, die bequemen Sitze und Lehnen, die stabile Lage auf dem bewegtesten Wasser ergeben die Reisebequemlichkeit, die der Wasserwanderer benötigt. Höchster Luxus, bestes Material, edelste Form - und auch nicht teuer!

Der Berger-Einer 'E'

zeichnet sich vor allem duch hohe Reisegeschwindigkeit, Kentersicherheit, Wendigkeit und luxeriöse Innen- und Außenausstattung aus. Er hat seine Lehrzeit auf der Isar, dem Rhein, der Weser, und an der Nordseeküste zugebracht und ist mit der Note I fabrikationsreif geworden. Es ist nicht ein Boot für jedermann - es ist das Boot für den Kenner und Genießer - vor allem mit der 5fachen Haut zu empfehlen wegen des leichteren Gewichts, die 7-fache sollten nur Weltwanderer wählen.

4,30x0,72m - gepackt 1,38m - mit Paddel, Rucksack, Stabtasche, Sitz- und Rückenlehne sowie Bergerwimpel
und fünffacher Bergerhaut RM 155,-
siebenfacher Bergerhaut RM 159,-

Der Berger-Zweier 'Z'

ist der große Reisezweier, dem noch keine Überland- oder Überseefahrt mißglückt ist. Den Ärmelkanal, die Meerenge von Gibraltar, die Ägyptenfahrt - die erste ohne jegliche Eisenbahn- und Dampferbenutzung - die Jordanfahrt, die Tote-Meer-Fahrt, die Überquerung des Schwarzen und des Mittelländischen Meeres, die Erstfahrt auf dem australischen Brisbane und hunderte ähnlicher Großtaten stehen auf seiner Siegesliste. Nun ist er 1930 noch vollkommener geworden - schraubenlos - noch steifer - Spritzdecke in 10 Sekunden während der Fahrt aufziehbar. Lesen Sie im neuen Katalog K15 alles genau durch - es lohnt sich.

5,20x0,90m - gepackt 1,38m - mit Zubehör wie oben erwähnt und
fünffacher Bergerhaut RM 198,-
siebenfacher Bergerhaut RM 255,-

(Quelle: Sport Berger Katalog K15, 1930, München)






Faltbootfirmen 1926

Im deutschsprachigen Raum wuchs die Faltbootindustrie gewaltig an. Man konnte zwischen Fisch-, Schweden- und Doppelendform auswählen. Einige Beispiele aus Bayern und Salzburg.

Amansis-Faltboote
Erzeuger ist der oftmalige Faltbootmeister, Otto Amanshauser aus Salzburg. Seinen Booten gibt er die beliebte Schwedenform. Dass die A m a n s i s - B o o t e in jeglicher Beziehung auf die Forderungen eines Kanusportlers eingestellt sind, dafür bürgt der Hersteller, der ja selbst einer der bekanntesten Faltbootfahrer ist.



Faltonette
Das alte, seinerzeit so sehr verbreitete B a f a w e - F a l t b o o t ist wieder auferstanden. Es heißt jetzt F a l t o n e t t e und wird von Hans Berger in München hergestellt. Die Form ist gleichgeblieben nur hat Berger zwei Nachteile beseitigt. Das zuknöpfbare Hinterdeck wird durch eine Holzleiste fest verschlossen so dass kein Wasser zwischen den Knopfstellen mehr einfließen kann. Der Waschbord hatte bekanntlich beim Bafawe-Boot hinten keine Querleiste, so dass ebenfalls Wellen und Spritzwasser leicht eindringen konnten. Das Faltonette-Boot weist diesen Fehler nicht mehr auf.

Klepper
Die bekannteste Faltbootwerft sind die Klepper-Faltboot-Werke in Rosenheim. Für die große Masse der Nichtfachleute ist der Name K l e p p e r - B o o t gleichbedeutend mit Faltboot.



Schweden-Einer der Klepper-Werke. Rupert Rigam, Mühldorf, der bayerische Donaumeister 1926

Münchner Faltboote
Hergestellt von der Münchner Faltbootbau G.m.b.H. Sein Charakteristikum sind die halbrunden Steven.

Bayern-Boot
der oberbayerischen Faltboot-Werft in Traunstein. Sein äusseres Kennzeichen ist die typische Fischform jedoch nur für das Oberschiff. Das Unterschiff wird in der Schwedenform gebaut.



Pionier-Faltboot
Hergestellt von der Pionier-Faltboot-Werft H.Hoeflmayr & Co. in Bad Tölz.



Die Haupttypen der Werft sind ein Wanderzweier in den Normalmaßen des D.K.V. in der beliebten Schwedenform, ein Faltbootzweier für große Faltbootreisen, Expeditionen und für Filmzwecke mit Platz für sehr viel Gebäck, und ein prachtvolles Einermodell mit 4,30 m Länge und 70 cm Breite. Für die Bootshaut wird eine sehr starke Panzerhaut verwendet, deren Charakteristikum eine licht-grau-blaue Farbe ist.

Steiner-Eisenhart-Faltboote
Das Stahlrohr-Faltboot aus Riderau wurde bei der Firma Christian Eisenhart in Schwandorf produziert und konnte bei niedriger Anzahlung in kleinen Wochen- oder Monatsraten abgezahlt werden.

Bei der Bootsausstellung in Murnau bestand das Bootsgerüst aus Duraluminium. Duraluminium war zu jener Zeit das teuerste Konstruktionsmetall. Die geldarme Zeit hat nun Steiner veranlasst verzinktes Stahlrohr zur Produktion zu verwenden. Das Stahlrohr-Faltboot hat neben der kleinen Packung noch andere Vorzüge. Besonders hervorzuheben ist die Verspannung in der Länge und Höhe im aufgestellten Boote und während der Fahrt. Untrennbar zusammenlegbare Längsröhren, keine Schrauben und Flügelmuttern, keine Naht am Bug und Heck, dafür Gummisteven und Gummibesatz.

Faltboottypen ausserhalb Bayerns, eine Auswahl:
  • L.F.B.-Boote der Leipziger Faltboot-Bau Engel Locher Co.
  • Hansa-Faltboote aus Bielefeld
  • Ideal-Faltboote aus Hamburg
  • Habufa-Faltboote aus Mülheim a.d. Ruhr
  • Lohrer-Faltboote aus Eberbach am Neckar
  • Kette-Faltboote aus Breslau
(Quelle: Kanu-Sport, 1926)



Pionier-Faltboot, Bad Tölz, von 1925 bis 1971




Wer ein Faltboot kauft und sein gewiß nicht leicht verdientes Geld dafür hinlegt, kann mit Recht höchsten Gegenwert verlangen.....Wir verwenden daher für alle Holzteile das zwar teure, aber besonders zähe Eschenholz in ausgesuchter Qualität. Um eine besonders lange Lebensdauer zu erzielen, werden alle Holzteile zweimal in hochwertigen Bootslack getaucht. Alle Metallteile sind rostfrei, die Steven- und Waschbordspitzenbeschläge als besondere Zierde des Bootes hochglanz verchromt. Als Bootshaut vernähen wir auf Grund langjähriger praktischer Erprobung die Silberhaut mit einem starken Kerngewebe und einer feinfädigen Außenauflage. Jede Bootshautlieferung wird vor der Verarbeitung im Betrieb mit Spezialprüfeinrichtungen auf größte Haltbarkeit geprüft. Bootsdeck und Spritzdecke bestehen aus kräftigem, indanthren-gefärbtem und imprägniertem, königsblauem Baumwollsegeltuch. (Quelle: Pionier Prospekt, 1950er Jahre)

90 Jahre Pionier Faltbootwerft
Ausstellung im Stadtmuseum Bad Tölz








Von 1925 bis 1970 produzierte die Pionier-Faltbootwerft in Bad Tölz Boote, die aufgrund ihrer ausgereiften Konstruktion, Qualität und Haltbarkeit denen des großen Konkurrenten und Marktführers in Rosenheim ebenbürtig waren und sich bei Sportlern, Wanderpaddlern und Binsenbummlern großer Beliebtheit erfreuten. Das Faltboot entwickelte sich nicht nur zu einem idealen Freizeit- und Sportgerät, sondern auch zu einem Synonym für ein Lebensgefühl, das Körper und Natur wieder in Einklang brachte und Erholung von der Hektik und Monotonie der Städte und Arbeitswelt versprach. Faltbootfahren, Bergsteigen und im Winter Skifahren waren der Dreiklang der damaligen Sportfreaks. (Frank Felden)




Erbacher Sportgerätefabrik Hammer, Erbach/Ulm, von 1950 bis 1960




'Man möchte also - kurz gesagt - das Beste zu erschwinglichem Preis erstehen. Nun - Faltboote unterliegen auch heute noch einer steten Weiterentwicklung und Vervollkommnung. Es ist aber schon der Mühe wert, sich aus der Vielzahl von Fabrikaten und Modellen dasjenige Boot auszusuchen, das dem Zweck, den man damit verfolgt, am meisten entspricht.'
(Quelle: Erbacher Prospekt, 1954)


Hans Hart Faltbootwerft, Ottobrunn-Riemerling bei München, von 1923 bis 1968




'Unser Bauprogramm 1953 besteht unverändert aus 2 Modellen - einem Wandersport-Einsitzer und einem Wander-Zweisitzer. Wir beschränken uns absichtlich auf diese beiden, meistverlangten Modelle, weil wir dabei umso rationeller arbeiten und dafür billiger liefern können. HART-Faltboote wurden bis jetzt in folgende Länder geliefert: Australien - Argentinien - Algier - Belgien - Brasilien - Dänemark - Elfenbeinküste - England - Frankreich - Guatemala - Hawai - Holland - Indien - Indochina - Kamerun - Kanada - Madagascar - Marokko - Neu-Seeland - Portugal - Schweiz - Tahiti - Tunesien - USA' (Quelle: Hart Prospekt, 1953)



Germania Faltbootwerft und Zeltfabrik, Neckarzimmern/Baden, gegründet 1885,
hat von ca. 1928 bis ca. 1978 Faltboote gebaut




'Als alter erfahrener Germaniakunde ist Ihnen ja längst bekannt, daß beide Inhaber unseres Hauses, K. und W. Grimm, als leidenschaftliche Wassersportler von Kindheit an, unterstützt durch treue Mitarbeiter und andere Sportsleute, sämtliche Konstruktionen entworfen und entwickelt haben.' (Quelle: Germania Prospekt, 1952)


Allbau 'Das Koffer-Boot'
Der neue Begriff im Bootsbau, 1950er

Es ist die bisher anpassungsfähigste Konstruktion eines Sportbootes. Sie vereinigt in sich die Vorteile des starren und des zerlegbaren Bootes. Zerlegt ist es ein leicht mitzuführendes Reisegepäck.
Der Grundtyp des Kofferbootes, ein Zweier, kann von seinem Besitzer zum Einer verkürzt und bis zum Achter verlängert werden. Für offene Gewässer, Wildwasser und Slalom ist es mit wenigen Handgriffen in ein Spezialboot verwandelt. Neben seiner Segelfähigkeit erlaubt das Kofferboot die Anbringung stärkster Seitenbordmotore. Beim ersten Anblick des Kofferbootes fällt die natürliche, schnittige Form auf. Das an die Sromlinie gewöhnte Auge des modernen Menschen ist sofort mit der Form des Kofferbootes vertraut, begegnet sie ihm doch täglich in den neueren Verkehrsmitteln, besonders beim Wasserflugzeug. Die dort im Schwimmerbau gemachten Erfahrungen in bezug auf hydro- und aerodynamische Formgebung, Material und rationelle Verarbeitung sind in vielen tausend Stunden ausgewertet. Aus dem Extrakt ist das Kofferboot entstanden.
Als Material finden seewasserfeste und sich in allen klimatischen Zonen bewährte Leichtmetalllegierungen Verwendung. Diese Materialien, in Verbindung mit den Erkenntnissen der Schalen- und Zellenbauweise des Flugzeugbaues, ermöglichten erst die Konstruktion des Kofferbootes. Die schon in frühen Jahren geschaffenen zerlegbaren Metallboote konnten auf diese Erfahrungen nicht zurückgreifen. Sie scheiterten daran, dass sie sich an die bisherigen Bootsformen hielten, die aber für Metallboote, besonders zerlegbare, nicht werkstoffgerecht sind.



Die Vorteile des Kofferbootes sind:
  • die große Festigkeit des Bootskörpers
  • die große Belastbarkeit und der große Stauraum
  • der geringe Wasserwiderstand
  • der geringe Luftwiderstand
  • die absolute Wetterfestigkeit und die geringe Pflege
  • der einfache und schnelle Aufbau des Koffer-Bootes
  • das geringe Gewicht des Koffer-Bootes
    (Einer 20,8 kg, Zweier 28 kg)
  • die einfache und elegante Verpackung des Koffer-Bootes
  • Bug- und Heckzellen sind als wasserdichte Schotträume ausgebildet, die ein Absinken des Bootes verhindern
Konstruiert wurde das Kajak von Horst Hanigck

(Quelle: Koffer-Boot-Prospekt der Firma Allbau Werkstätten in Lindau am Bodensee)








Prijon - Aus einem Jugendtraum wird ein Weltbegriff

Was heute Tausende von Anhängern des Kanusports leicht verwirklichen können, war noch vor wenigen Jahrzehnten harte Pionierarbeit. Der Weg zum Weltbegriff Prijon im Kanusport ist ein Beispiel für die kontinuierliche Entwicklung zur heutigen Perfektion.

1946 baute sich Toni Prijon in Slowenien sein erstes Boot. Bis zur Übersiedlung nach Deutschland 1957 fertigte er Rennkajaks, Faltboote und Paddel.

Durch seine Siege bei der Deutschen- und Weltmeisterschaft 1958 und 1959 wurde Toni Prijon als Leistungsportler bekannt. Es war zur gleichen Zeit, als mit dem damals neuen Kunststoff Polyester die ersten Versuche im Bootsbau gemacht wurden. Hier sah Toni Prijon seine Chance, eigene Ideen zu verwirklichen und seine Wunschboote zu bauen. 1962 gründete er zusammen mit seiner Frau Lotte eine eigene Sportwerkstätte in Rosenheim. Die günstige Kombination, Bootsbauer und Leistungssportler in einer Person zu sein, bildete die erfolgreiche Grundlage für schöpferische Höchstleistungen.

Vom Bootsbau für den Wettkampfsport gehen weiterhin wertvolle technische Impulse für die Entwicklung aus. Die aufwendige, handlaminierte Rennbootherstellung bleibt ein wichtiger Zweig des inzwischen hochmodernen Betriebs. Leistungsportler können sich nach wie vor ihr Prijonslalom- bzw. ihr Prijonabfahrtsboot auf den Leib schneidern lassen.

Aus 1 mach 2

1992 gingen Toni sen. und Lotte Prijon in den wohlverdienten Ruhestand. Die Firma Prijon wurde geteilt. Toni Prijon jun. übernahm die Produktion und Entwicklung von Wildwasserbooten und Seekajaks und Jürgen Prijon die Produktion von Wettkampfbooten und Paddel.

Mehr über die Firma Prijon erfährt ihr unter
www.prijon.com und www.prijon-shop.de

(Quelle: www.kanu-oberbayern.de)




Anton Prijons Weltmeisterlauf mit
selbstgebautem Boot und Paddel, 1959,
Rennboote, 1972


Kober & Moll - Paddel seit über 100 Jahren

Die Marke Kober besteht seit 1886 und wurde als Wagnerei von Matthäus Kober sen. in Wittendorf gegründet. Sein Sohn, Matthäus Kober jun., sollte in der Schweiz das ehrenwerte Handwerk des Wagners lernen. Doch dieser lässt sich nebenbei auch in die Kunst des Skibaus einweihen. Wieder daheim beginnt er mit der Produktion von Vollholzski. Sein guter Ruf als Sportgerätehersteller bringt bald die Paddler auf den Plan, für die er erfolgreich die ersten Paddel herstellt. Bereits 1928 wurden die Holzpaddel bei Kober in Serienproduktion hergestellt.

1961 übernehmen Rudolf und Emma Moll den elterlichen Traditionsbetrieb. Rudi erkennt die Zeichen der Zeit und konzentriert sich von nun an ausschließlich auf den Ski- und Paddelbau. Als eine der ersten Firmen produziert Kober Kunststoffski. Der Paddelbau wird weiter ausgebaut.

1972 entwickelt Rudolf Moll für die ersten Olympischen Wettkämpfe im Kanuslalom zusammen mit damaligen Slalomgrößen das schon legendäre Kober Moldau 'Augsburg'.
Der überwältigende Erfolg bei den Weltmeisterschaften auf der Muaota in der Schweiz mit 10 Gold-, 7 Silber- und 10 Bronzemedaillen bestätigt eindrucksvoll Kobers Spitzenstellung im Paddelbau. Die Flut von Aufträgen aus aller Herren Länder überrollt förmlich den Betrieb. Tag und Nacht stehen Rudolf und Emma Moll in der Werkstatt. Sie beschließen den Betrieb zu vergrößern und ausschließlich Paddel zu bauen. Neben Holz werden erstmals auch moderne Materialien wie Glas-, Kevlar-, Carbonfasern, Aluminium und hochwertige Kunstharze verwendet.

1986 gründet Hartmut Moll mit seiner Frau Karin die Paddelmarke Moll und verschafft sich so neuen Raum für seine vielen Ideen. Er entwickelt die bewährten RIM-Paddel in damals sensationeller Leichtbauweise. 1992 übernehmen Karin und Hartmut Moll den elterlichen Betrieb Kober Sportgeräte und entwickeln von nun an für Kober & Moll Produkte in vielen verschiedenen Technologien. Die Firma ist seitdem eine GmbH. Durch die Fusion des Traditionshauses Kober (seit 1886) mit Moll Paddel, dem Innovator des Paddelbaus, entstand einer der stärksten und kompetentesten Paddelhersteller der Welt.

2000 wird der Produktionsstandort Wittendorf aufgelöst und ein neues Betriebsgebäude in Pfalzgrafenweiler erworben. Kober & Moll produziert in Deutschland. Das bedeutet Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit was die Belieferung der Kunden betrifft. Qualität Made in Germany.

Kober & Moll blickt auf eine lange Firmengeschichte zurück, in der die Kunst des Paddelbaus ständig verfeinert wurde. Früher wurden Paddel aus Vollholz gebaut, mittlerweile wird in sieben verschiedenen Technologien produziert. Seit 2007 ist mit Jennifer Moll nun die 5. Generation mit im Boot. 2011 feiert Kober sein 125 Jahr-Jubiläum wozu wir ganz herzlich Gratulieren.





© Ilse Entner