kanugeschichte.net


Home  |  Meilensteine  |  Material  |  Flüsse  |  Paddelpioniere  |  Befahrungen  |  Links  |  Kontakt
Chronologie | Organisationen | Vereine | Leistungssport | Technik | Skijak/Wasserskilauf | Flößerei

Flößerei auf der Salza



Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Trift von der Flößerei auf der Salza abgelöst. Der gebundene Transport hatte gegenüber dem losen Transport viele Vorteile. Man ersparte sich die Erhaltung des großen Rechens in Großreifling; weiters konnte das Holz mit den Flößen bis an die Donau gebracht werden, wo bis zu zwanzig Salzaflöße zu einem Donaufloß vereinigt und bis Ungarn geführt wurden. Es war keine Nachtrift mehr notwendig, die Sortierung des Holzes am Rechen, wenn mehrere Waldeigentümer zusammen getriftet hatten, fiel weg. Die Uferschutzbauten und Abkehrvorrichtungen an Brücken brauchten nicht erneuert werden und längere Sortimente konnten geliefert werden.
Die Größe des Floßes richtete sich nach der lichten Weite der kleinsten Brücke, der schmalsten Flußstelle, der kleinsten Flußkrümmung und des Wasserstandes. Jedes Floß musste mit drei bis vier Mann besetzt sein. Für Sicherheitszwecke musste das Floß ein Reserveruder, ein Bündel Wieden, einige Sturl sowie Nägel, Klammern und das übliche Werkzeug mitführen. Zum Festmachen des Floßes an den Anlegestellen diente ein starkes Hanfseil. Wie die Praxis lehrt, ist das Floß immer schneller als das Wasser. Es mußte daher die Klause bereits vor der Floßfahrt längere Zeit geöffnet sein.



Prescenyklause 1913





Da eine Stunde Wartezeit bei der Klause nicht genügte, weil das Floß trotzdem die Schwallspitze erreichte, die Wartezeit aber nicht verlängert werden konnte, da sonst das Wasser zu früh abgelaufen wäre, hat man unterwegs mehrere Anlegestellen geschaffen. An diesen legten die Flöße an und ließen den Schwall neuerlich vorauseilen. Die erste Anlegestelle war nach 10 Kilometern in Brunn. Hier wurde eine Stunde gewartet. Die zweite Anlegestelle war in Palfau. An den beiden letzten wurde nur eine halbe Stunde gewartet. Von Palfau konnte dann bereits die Enns erreicht und die Fahrt pausenlos bis zur Auslände fortgesetzt werden.



Die reine Fahrzeit von der Prescenyklause bis Weißenbach an der Enns betrug 6 Stunden.
Es war keine ungefährliche Arbeit und oft wurde einer dieser schneidigen Männer ein Opfer des nassen Elementes. Manchmal wurde bis Anfang Dezember geflößt, wobei die Flößer meistens ohne Gummistiefel bis zum Bauch im Wasser standen. Frühzeitige Berufskrankeiten waren die Folge dieser schweren Arbeit.



Ankunft in Groß Reifling

Im Durschnitt wurden 30.000 Festmeter Rundholz jährlich auf der Salza abgeflößt. 1954 wurde die Flößerei auf der Salza eingestellt (Wildalpentelegraph 1993, Adolf Grabner, wikipedia)


© Ilse Entner