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Flussbeschreibungen | Schwierigkeitsbewertung | Befahrungsregeln | Flussverbauungen

Flussbeschreibungen und Paddelreviere







Kartenskizze, Fluss- und Campingführer 1956

Gewässer des europäischen Auslands, 1930

Albanien - An der Küste und ein Stück landeinwärts ab Anfang Juni Malariagefahr, die erst im Herbst erlischt. Über Befahrungen bisher nichts bekannt; in erster Linie käme der Drin in Frage, etwa ab Debar. D. wäre zu erreichen entweder von der Küste (Autostraße 1929/39 im Bau) oder vom jugoslavischen Südzipfel aus in kurzem Fußmarsch.

Frankreich - Die Zahl der möglichen Wanderungen ist unerschöpflich, wird allerdings ab Mitte Juni durch zunehmenden Wassermangel eingeschränkt. Seit einigen Jahren ist die Rhônefahrt von Hunderten deutschen Kameraden unternommen worden; sie gehört in der Tat zu den lohnendsten Fahrten in Europa, zumal sie mit folgenden Flüssen kombiniert werden kann: Isère oder Ardèche oder Ain (noch nicht befahren scheinen Arve und Durance) oder mit Tarn und Garonne oder mit Lot und Garonne oder mit der Loire.

Griechenland - Reisevorschläge erübrigen sich, da kaum mehr als eine kurze Flußfahrt, die Durchquerung des Isthmus von Korinth oder eine Küstenfahrt in Frage kommen kann.

Italien - Uns reizen vor allem die Alpenflüsse; von ihnen trägt die Etsch heute schon alljährlich Hunderte von Booten, der Tessin wenigstens Dutzende. Im Piemont scheinen mehrere Delikatessen noch des Entdeckers zu harren.

Norwegen - Da Flußfahrten kaum in Frage kommen, beschränkt sich der Wassersport auf die Fjorde, die fast alle gleich empfehlenswert sind.

Öesterreich - Von den Flüssen ist nur die Donau sowie der Inn bei Normalwasser für wenig geübte Fahrer zu empfehlen; die Reihenfolge der andern nach der Schwierigkeit ist etwa: Mur, Salzach, Ager, Traun, Enns, Drau. Inn und Donau sollte jeder echte Wandersmann mindestens einmal in seinem Leben gefahren haben.

Polen - Außer der Weichsel kommen verschiedene Karpathenflüsse in Betracht.

Schweiz - An kombinierten Fahrten sei beispielsweise genannt: Rhein ab Chur bis Schaffhausen-Linth und Limmat ab Glarus-Reuß ab Vierwaldstätter See. Aare ab Meiringen, Rhein ab Aaremündung. Auch Rhône ab Brieg bis Montreux und Aare ab Interlaken (Berner Oberlandbahn) lassen sich vorteilhaft verbinden.

Südslavien (Königreich der Kroaten, Serben und Slovenen). - Das Land ist reich an schönen Fahrten. Es gibt da auch noch manches zu entdecken.

Tschechoslowakei - Der Hauptfluß, des jungen Staates ist die Moldau. Von ihren Nebenflüssen wird die Luschnitz am meisten gerühmt; im Norden des Landes stehen Eger und Elbe im Vordergrund. Allgemein wird vor Befahrung der langweiligen Moldaustrecke Prag - Mündung gewarnt, die einen guten Tag beansprucht, aber wenig Abwechslung bietet.

(Stromheil, Bd.7, 1930)


Frankreich, 1928

Die Flussgebiete Frankreichs zählen zweifellos zu den schönsten in ganz Europa, zumal wenn man das ideale Klima in Betracht zieht, das Wanderfahrten unter blauem Himmel und bei warmem Sonnenschein zu jeder Jahreszeit gestattet. Die Frage, die jedoch ein Deutscher, der sich mit dem Gedanken einer Wanderfahrt in Frankreich trägt, stellen wird, ist die, ob man als Deutscher irgendwelchen Unzuträglichkeiten oder gar Belästigungen seitens der Bevölkerung oder gar seitens der Sportleute ausgesetzt ist. Diese Frage ist ohne Zweifel mit Nein! zu beantworten. Die Mitglieder des Canoe Club de France sind sportlich außerordentlich gut diszipliniert, so dass sie eine etwa noch vorhandene Kriegspsychose einem Gaste gegenüber, aus welchem Lande er auch kommen möge, nie merken lassen werden. Und die Bevölkerung? Der Franzose ist bekannt für seine Liebenswürdigkeit, Höflichkeit und Gastfreundschaft; ein deutscher Sportsmann hat also in Frankreich ebensowenig Unzuträglichkeiten zu befürchten, wie ein französischer Sportsmann in unserem weitherzigen Deutschland.
Die Eisenbahnen sind außerordentlich billig, ebenso die Hotels und Restaurants der Provinz.



Zum Befahren der Kanäle und kanalisierten Flüsse ist ein Erlaubnisschein (permis de circulation) von dem zuständigen Wasserbauamt (Ingénieur des Ponts et Chaussées) erforderlich. Boote, die mit diesem Schein ausgerüstet sind, werden überall geschleust. Für das Befahren der übrigen Flüsse ist ein Erlaubnisschein nicht erforderlich.


Für Wanderfahrten sind folgende Flüsse zu empfehlen:

1) Leichte Flüsse:
Die Seine fast von der Quelle an bis zum Meer; eine lange, aber vielfach sehr schöne Wanderfahrt
Die Loire ist anfangs, in den Bergen von Nivernais, etwas schwierig, aber von der Mündung der Allier ab bis zum Ozean sehr leicht
Leicht sind auch Lot, Marne, Vézère und Maas
2) Mittelmäßig schwierige Flüsse:
Die Rhône; die Durchfahrt durch Lyon ist bei Hochwasser sehr gefährlich. Die Strömung hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 15-18 km die Stunde
Die Ardèche, ein rechter Nebenfluss der Rhône
3) Schwierige Flüsse, zumeist in ihrem oberen Teil:
Dordogne, ein sehr schöner Fluss von Bort nach Argentat; später ebenfalls schön, aber leicht bis zur Gironde
Tam, meist leicht, aber mit einigen Stromschnellen; ähnelt etwas der Ardèche
Ain, Nebenfluss der Rhôhne, kann mit einer Rhônefahrt vereinigt werden
Obere Ariège, obere Garonne, Nive, Flüsse der Pyreneen.

Die beste Reisezeit ist von Ostern bis Ende Juli, auf den großen Flüssen bis zum Herbst
(Text: F.W.Eddelbüttel, Fotos: Herr Puisoye,
Quelle: Kanu-Sport, 1928)


Österreich als Land der Wasserturistik, 1932

Österreich, dessen sämtliche Flüsse klangvolle Namen für den Paddler bedeuten, ist das wahre Land der Wasserturistik. Von seinen Wildflüssen gelten viele als Leistungsmaßstab und die Donau ist eigentlich der Fluß der Wasserwanderer, den jeder Paddler einmal gefahren sein muß. Bis auf eine Ausnahme, den Vorarlberger Ill, gehören alle österreichischen Flüsse zum Stromgebiet der Donau, so der Inn mit Ziller und Salzach, die Traun, die Enns mit Salza und Steyr und die Drau mit ihren Nebenflüssen Isel, Möll, Gail und Mur, die sich erst weit außerhalb der Landesgrenzen mit der Donau vereinigt. Hiezu kommen auch die von deutschen Paddlern noch wenig befahrenen linken Nebenflüsse der Donau, wie Kamp, Thaya und March. Neben diesen Flüssen bilden die vielen österreichischen Seen weitere Reviere, die vor allem demjenigen, der neben dem Wechsel von Ruhe und Badebetrieb auch ein festes Standquartier bevorzugt, sehr zu empfehlen sind: der Achensee, der Zeller See, die Salzkammergutseen und die Kärntner Seen, die in den Alpen liegen, und der Neusiedlersee im Burgenland, ein Flachlandsee, der von Wien aus bequem zu erreichen ist. Das Zelten wird an allen Flüssen und Seen geduldet. (Rückschichtnahme auf kultivierte Flächen geboten!). An der Donau sind es vor allem die vielen Inseln, die herrliche Zelt- und Badeplätze bieten. (Fluß und Zelt, 2,VII, 1932)


Die Mur

Die Mur entspringt in den Hohen Tauern im Gebirgsstock des Hafners und mündet bei Legrad in die Drau. Als kleiner Bach durcheilt sie in Wasserfällen und Stromschnellen die Enge des Oberlaufes, 'Muhr' genannt, und gewinnt bei Schellgaden die weite Hochebene des Lungaues. Im Norden umrahmen die Ketten der Niederen Tauern, im Süden die Berge des Nockgebietes den Talboden, den die Mur ohne wesentliche Hindernisse, wohl gefasst in geschützten Ufer, durchströtm.

Eineinhalb Kilometer unterhalb Tamsweg durchsägt die Mur in der prächtigen Schlucht von Ramingstein (Mendlingklamm) das Gebirge und vollendet ihren Durchbruch mit dem Kegelhofkatarakt, einer 8 m hohen, natürlichen Floßgasse, kurz nach der Stadt Murau; dieser Flußteil stellt hohe Anforderungen an die Kunst des Paddlers.

Von Murau bis Graz treten immer wieder bewaldete Hügel an die Mur. Abgesehen von zahlreichen Floßgassen bildet diese Flußstrecke der Befahrung geringe Schwierigkeiten. Leider ist eine große Anzahl der Floßgassen unfahrbar und das Flußbett ab Bruck infolge weitgehender Wasserentnahme zur Sommerzeit stellenweise fast leer.
Von Graz bis zur Landesgrenze unweit Radkersburg ist die Mur Aulandfluß. Die Murauen, besonders die unterhalb Lebring, gehören zu den schönsten Augebieten Österreichs. Eine bedeutende Stromschnelle, das 'Lebringer Wildbett', und drei Wehre mit Floßgassen, die leider nur selten geöffnet sind, bringen noch einmal den Genuß echten schweren Wildwassers. Von Radkersburg bis zur Mündung in die Drau bei Legrad (130 km, 2-3 Wandertage) ist die Mur Flachlandfluß.

Fahrbar: ab Schellgaden
Unfahrbar: zwei Wehre zwischen Schellgaden und St.Michael; zwei Wehre zwischen St.Michael und Tamsweg; sieben Wehre zwischen Tamsweg und Landesgrenze. (ca. 1920er Jahre)


Die mittlere Salzach, 1926

Die Salzach ist den meisten Faltbootfahrern nur durch die Mitteilung über verschiedene Unglücksfälle bekannt. Ihr Schwierigkeitsgrad wird nicht richtig geschätzt und so kommt es, daß manche Paddler ohne Wildflußerfahrung in mangelnder Ausrüstung eine Salzachfahrt unternehmen.
Schon das Einsetzen der Boote in Schwarzach-St.Veit zeigt jedem, daß man es hier nicht mit einem stillen Wässerlein zu tun hat. Die Schwarzacher Straßenbrücke muß beizeiten richtig angesteuert werden. Gleich bohrt sich der Bug unserer Boote tief in die reißenden Wellenberge, eine scharfe Biegung muß zwischen Felsen, Wirbel und Sandbank geschickt genommen werden und wir haben kaum Zeit die hoch über uns führende Eisenbahnbrücke zu bemerken. Zwischen Steilhängen und Felsblöcken geht es in großen Windungen St.Johann, dem bekannten Sommerfrischeaufenthalt, zu. Allerdings heißt es, zuvor noch durch die stehengebliebenen Pfähle des Eissteges gut durchzukommen, so manchen feuchten Umschlag kaltblütig hinzunehmen und stramm weiterzupaddeln. Die große Betonbrücke bei St.Johann haben wir hinter uns, das Tal wird wieder etwas breiter, doch die Salzach beruhigt sich noch lange nicht. Die Durchfahrt der Holzstege und Brücken ist größtenteils ziemlich schwierig, da Schrägströme vorhanden sind.
Bei Niederwasser haben wir es nun zunächst mit dem Mitterberghüttner Schwall zu tun, der mitunter sehr unangenehm werden kann. Die Einmündung des Mühlbaches und die später im Flußbett liegenden Felsblöcke geben dem Paddler anständig zu schaffen. Am linken Ufer liegt die älteste Siedlung des Pongaus, Bischofshofen, als Ausgangspunkt in das Hochköniggebiet gut bekannt. Von Bischofshofen ist in ein 1/4 Stunden Schladming, der Startplatz zur Ennsbefahrung, mittels Bahn zu erreichen.
Vor uns ein herrlicher Anblick: Links das Hagengebirge, rechts das Tennengebirge. Sie rücken so eng aneinander, daß sie uns den Weg zu sperren scheinen. Doch das wilde Salzachmädel ist auch trotzig und weiß sich seinen Weg zu bahnen.
Nach wunderschöner, genußreicher Fahrt kommen wir nun nach dem Markt Werfen, der alljährlich von tausenden Fremden, meist Alpinisten, besucht wird. Auch wir nützen diesmal die Gelegenheit und statten der Eisriesenwelt im Tennengebirge einen Besuch ab, der in uns allen die großartigsten Eindrücke zurückläßt. Es war gerade Anfang Juni, die beste Zeit für eine Eishöhlenbesichtigung, da die Eisgebilde von ihrer Mächtigkeit und Schönheit aus der Winterzeit noch nichts eingebüßt haben.
Vor Werfen am Fuße des Werfener Schloßberges mit seiner wundervollen Feste gleichen Namens schäumt der berüchtigte Werfener Schwall, allgemein Werfenereck genannt, trotzdem der Lauf der Salzach dort kein Eck, sondern ein Doppelknie darstellt. Es ist dies unbedingt die schwierigste Stromschnelle des ganzen Wildflusses und sollte niemals ohne vorhergehende Besichtigung befahren werden, da sich die Möglichkeit der Bewältigung stets nach dem Wasserstand richtet. Am leichtesten geht es bei Hochwasser, wobei natürlich hohe Wellen nicht gefürchtet werden dürfen. Anschließend drängt sich die Salzach durch die Tänecke Enge. Am linken Ufer bemerken wir eine Seilbahn, hoch oben vom Berg zum Eisenwerk Konkordiahütte herunterführend. Dem Flußwanderer bietet sich hier ein imposantes Bild: Wohl tausend Meter hoch ragen beiderseits senkrechte Wände aus dem romantischen Engtal. Wie schade, daß wir uns diesem Anblick nur kurz hingeben können, da immer wieder Stromschnellen in unsere Aufmerksamkeit Abwechslung bringen. Wie alle Schönheit zieht auch diese rasch dahin. Allzubald sind wir in Sulzau, wo unterhalb der Straßenbrücke gelandet wird und die Boote für den Bahntransport abgebaut werden. 15 Minuten Bahnfahrt ersparen uns die mühselige Übertragung über den Paß Lueg und freudig sehen wir auf der nun schon ruhig fließenden Salzach in Golling unserer Weiterfahrt entgegen. Nein, die Sitzluckendecke muß noch geschlossen bleiben, denn bei Kuchl gibt's noch Wellen, daß jedem echten Faltbootfahrer das Herz im Leibe lacht. An den beiden Halleiner Wehren sind noch die Boote zu übertragen und allmählich nähern wir uns der herrlichen Salzachstadt Salzburg. (Quelle: Kanu-Sport 1926, Autor unbekannt)


Kössener Ache, 1929

Ein noch unbekanntes Münchner Sonntagspaddelgebiet!

Ja das gibt es! Man fahre Sonntags, morgens 6,55 Uhr, mit einer Sonntagsfahrkarte 'Beraudorf oder Prien' (4,50 RM) nach Oberaudorf, von dort mit dem Postauto nach Kössen/Tirol (3,00 RM) und setze gleich bei der Autobushaltestelle in die Große (Kössener) Ache ein, lande bei der folgenden Brücke rechts zur Triptyqueabstempelung oben an der Straße, und man wird alsbald bei der Weiterfahrt staunen, durch welche großartige romantische Enge der Fluss hindurcheilt. Fast könnte man meinen, die Ache hätte der Enns etwas abgeguckt, so eng und schmal wird die Durchfahrt zwischen senkrechten im Wasser fußenden Felswänden. 15 bis 20 Minuten dauert die Fahrt durch die Entenlochklamm. Fahrtechnisch ist die Strecke leicht (ähnlich der Isar). Vor Marquartstein kommt eine scharfe Rechtsbiegung, vor der auf das linke Ufer in stromloser Bucht ausgebootet werden muss (Marquartsteiner Wehr). Dann fährt man ohne weiteres Hindernis bis zur Brücke Übersee (Strecke Salzburg-München) oder bis zur Mündung in den Chiemsee, von wo aus es noch etwa 13 km bis Stock (Prien) im See zu paddeln gilt - oder gar zu segeln. (Bei Ein- und Austritt an den Straßenzollämtern Zollhaus und Kössen werden außerhalb der Dienststunden, also Sonntags, 20 Gr. Zollabfertigung bei Triptyqueabstempelung erhoben.)

Foto: Walter Frentz, Durchfahrt duch die Entenlochklamm
(Quelle: H.D.K., Ring München, 1929)





Wasserwanderführer, ca. 1946

Ammer: Paddelgewässer ab Oberammergau. Achtung Wildwasser, in der Ammerleite teilweise unfahrbare Stufen

Amper: Paddelgewässer. Abfluß des Ammersees bei Stegen. Strecke Stegen-Grafrath (7 km) sonntags gesperrt. Harmloses Moosflüßchen. Von Dachau ab im Sommer wenig Wasser. Bestmöglicher Einsatz in Grafrath. In Wildenroth und Schöngeising Floßgassen die meist gesperrt sind.



Die Amper, (Foto: Lorenz Kemeter, 1928)

Iller: Ein lebhafter Fluß mit ernsthaften Stellen. Paddelgewässer meist ab Oberstorf bis Hegge und Kempten bis Mooshausen, sowie ab Kellmünz. Landschaftlich schön, gute Zeltplätze.

Isar: Paddelgewässer ab Scharnitz bei gutem Wasserstand. Ab Lenggries Sonntagsgewässer der Münchener, leichtes Wildwasser mit interessanten Floßgassen. Vier Wehre bis München. In München unfahrbar. Einsetzen in Freising, bei gutem Stromzug nicht ganz einfach.

Lech: Urwüchsiger deutscher Alpenfluß, streckenweise ernstahftes Wildwasser (!), sporlich sehr lohnend, ein Wasserfall, 14 Wehre, meist zwischen Landsberg und Augsburg. Einsatz in Holzgau oder Steeg.

Loisach: Paddelgewässer, je nach Wasserstand ab Garmisch fahrbar. Einsetzen in Farchant oder Eschenlohe. Zwischen Garmisch und Kochelsee Wildwasser, sonst gewöhnlich harmlo. Landschaftlich sehr schön.

Regen: Paddelgewässer ab Zwiesel, besser ab Regen. Urwüchsig, viele Schnellen, sehr lohnend. Bei Hochwasser gefährlich! Wildwasser, Stausee, dann sanfter. 24 Wehre mit Floßgassen ab Regen.


Donau: Bekannt durch Völkerwanderung, Kunstgeschichte und Musik. Lohnende Fahrt von Ulm bis Passau, ehemals auch besonders nach Wien und bis Budapest. Befahrbares Paddelgewässer ab Donaueschingen bis Immendingen (26 km, drei Wehre), dann im Sommer Versickerungsgebiet bis Beuron. Von dort bis Ulm 20 Wehre, Ulm bis Passau ein Wehr. Tagesleistung 50-60 km, oberhalb Ulm die Hälfte. Befahrbares Rudergewässer ab Ulm, Brücken fas alle zerstört. Rechtzeitig vorher landen und Durchfahrt oder Umtragen erkunden. Trümmer bilden Wirbel und Wellen.



Abfahrt in Passau, (Foto K.Them, 1925)

Inn: Mächtiger Alpenstrom. Wassermenge und rascher Lauf bergen gewisse Gefahren. Nur teilweise befahrbar, teilweise Fahrverbot; auch ist mit Grenzschwierigkeiten zu rechnen. Von Kiefersfelden bis Fähre Fischbach ist er Grenzfluß. Fahrverbot! 100 m unterhalb Nußdorf Eisenbahnbrücke Einsatzstelle. Bei der Rosenheimer Eisenbahnbrücke Trümmer im Fluß. Am Elektrizitätswerk Wasserburg 300 m rechts umtragen. Einsatz umständlich. Am Elektrizitätswerk Gars 300 m links umtragen. Brücke teilweise im Wasser, aber ohne besondere Gefahr. Jettenburger Schleuse 200 m rechts umtragen. In Marktl links von der Brücke abbauen. Letzte Bahnstation vor der Salzach, welche Grenzfluß ist. Fahrverbot!

Salzach: Paddelgewässer. Bildet im befahrbaren Unterlauf auf 58 km die Reichsgrenze! Ohne Hindernisse, flotter Strom nach M.d.Saalach (Wildwasser).

(Quelle: Wasserwanderführer, Heft 11/12, ca. 1946)

© Ilse Entner