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Alfred Heurich | Gregor Hradetzky

Alfred Heurich

03.02.1889 Metz - 12.04.1967 Rosenheim





Fotos: Archiv Kleppermuseum e.V.


Der bis ins hohe Alter rüstige und im Brockhaus vermerkte Architekt Alfred Heurich war schon als kleiner Bub ein großer Wassernarr gewesen, der bereits im Alter von sieben Jahren im 'Grönländer' die Mosel hinter der väterlichen Apotheke in Metz befahren hat. Im Alter von zwölf Jahren baute er sich den ersten Leinkajak. Weil er jedoch die verwinkelten Wehre in Metz hinabfahren wollte, um in den Wehrkesseln besser angeln zu können, und weil er das Boot ja auch wieder zurückzubringen beabsichtigte, baute er sich später ein 'Faltboot' mit zerlegbarem Holzgerüst und einer Haut aus festem Matratzenstoff, den er durch schmiegsamen Lackanstrich wasserfest machte.

Sein Grundgedanke war, wie er selbst berichtet: ein zerlegbares federndes Boot zu bauen. Der seitliche Wasserdruck wurde an der Segeltuchhaut aufgenommen und durch den Gegenzug der dünnen Längsstäbe (Senten) und Querspanten nach den Steven geleitet. Durch die Bogenspannung erhielt das Boot eine außerordentliche Widerstandskraft - im Grunde nichts anderes, als das architektonische Prinzip des gotischen Spitzbogens!

Heurichs Idee war so einzigartig richtig, daß noch heute jedes Faltboot auf sein Grundprinzip zurückgeht.

(Textquelle: Herbert Rittlinger, 1950)

Gregor Hradetzky

31.1.1909 Krems an der Donau - 1984 Bad Kleinkirchheim





Gregor Hradetzky wuchs am Ufer der Donau auf und kam schon bald in Kontakt mit dem Faltboot. Sein Talent wurde jedoch erst entdeckt als er schon 18 Jahre alt war. Ein Jahr später wurde er Österreichischer Meister im Kajak-Einer über 10.000 m. 1933 wurde er in Prag Europameister und 1936 zweifacher Olympiasieger über 1000 m und 10.000 m. Von der internationalen Presse wurde er als 'Nurmi des Wassers' betitelt.

Bekannt wurde er auch als Langläufer. Für die Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen war er qualifiziert, musste aber wegen einer Verletzung absagen. Hradetzky war auch Skispringer.

Gregor Hradetzky war von Beruf Orgelbauer. 1948, nach seiner Rückkehr aus der amerikanischen Gefangenschaft, übernahm er den elterlichen Betrieb in Krems an der Donau. Auch als Orgelbauer errang er internationale Erfolge. So baute er nicht nur in Österreich, sondern auch in Großbritannien, Polen, Italien, den USA, Japan und Australien zahlreiche Orgeln.

Gregor Hradetzky ist Ehrenbürger der Stadt Krems und erhielt die 'Große Verdienstmedaille' der Republik Österreich.

Film auf YouTube über den zweifachen Olympiasieger Gregor Hradetzky

Quellen: de.wikipedia.org, YouTube und
Österreichisches Olympiamuseum
© Ilse Entner