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Lorenz Riedl | Herbert Rittlinger | Fritz Rittsteiger | Karl Rupp |

Lorenz Riedl

1910 München - 1948

Lorenz Riedl - von seinen Freunden 'Lenz' genannt - war ob seines sportlichen Könnens und seiner hervorragenden sportlichen Einstellung allseits beliebt. Viermal errang er den Titel eines deutschen Faltbootmeisters, 14 mal wurde er bayerischer Meister. 1938 nahm er mit großem Erfolg an der Weltmeisterschaft in Schweden teil und kehrte auch von einer internationalen Regatta in der Schweiz mit Siegen nach Hause. Sein größter Erfolg war wohl der 2.Platz bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin im Einerfaltboot über 10.000m.

1948 wollte Lenz Riedl nach Australien auswandern. Die Passage war bereits gebucht, als er an einer Blinddarmentzündung erkrankte. Diese wurde nicht richtig erkannt und Lorenz Riedl starb daran. Nach seinem Tod wurde ein Langstreckenrennen um die bayerische Faltbootmeisterschaft im Einer unter dem Titel 'Lorenz-Riedl-Gedächtnis-Rennen' ausgetragen.

Quelle: Verein Bayerische Kanugeschichte e.V.


Herbert Rittlinger
'Der Dichter im Paddelboot'

1909 Leipzig - 1978 Frasdorf





Herbert Rittlinger wurde am 26. Dezember 1909 in Leipzig geboren. Ursprünglich Goldschmied, wurde er schon früh von dem sprichwörtlich gewordenen 'sächsischen Reisetrieb' ergriffen. Nach dem Ersten Weltkrieg bereiste er China, Japan, die Südsee, Australien, die griechischen Gewässer, die Küste des Schwarzen Meeres und die Urwälder Südamerikas. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es Nordafrika und wiederum Südamerika, die ihn zu neuen Reisen lockten. Rittlinger ist der Paddler der den Amazonas vom Quellsee bis zur Mündung befahren hat, und sein Faltboot war auch das erste auf dem Blauen Nil.
Neben den großen Reisen befuhr Herbert Rittlinger Flüsse in Deutschland, Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich, Spanien und auf dem Balkan. Auf vielen seiner Reisen wurde er von seiner Frau Marianne (Aveckle) begleitet die ebenfalls eine hervorragende Paddlerin war.

Unzählige Bücher erzählen von seinen Reisen, Erlebnissen. Herbert Rittlinger hat auch einige Bücher über die Kunst des Fotografierens geschrieben. Klassiker unter Paddlern wurden 'Das baldverlorene Paradies', 1943 und 'Die neue Schule des Kanusports', 1950.
Herbert Rittlinger war Ehrenmitglied beim Alpinen Kajak Club (AKC)

Quelle: Herbert Rittlinger.
Aus Seeon in die weite Welt mit Boot und Zelt. Seeon, 2009


Fritz Rittsteiger

geb. 13.11.1918 in Gutenberg (Steiermark/A)



Verein: Forelle Steyr
Beruf: Techniker


"Fritz Rittsteiger zählte erst sechs Jahre, als er im Wiener Winterhafen sein erstes Boot bekam. Der sportliche Aufstieg Rittsteigers war schnell. Als 18jähriger nahm er bereits an den ersten Kajak-Rennen teil. 1936 erringt er einen dritten und einige zweite Plätze in der Regatta. Diese Erfolge spornten ihn an, es wurde eisern trainiert, 10 bis 15 Kilometer täglich waren sein Trainingspensum. 1938 beginnt sein großes Jahr. Dem Sieg gegen Polen im Kajak-Vierer folgen die österreichischen Juniorenmeisterschaft, in Essen gewinnt er den deutschen Titel in diesem Bewerb und in Breslau wird er dreifacher Reichssieger. Rittsteiger rückt 1939 zur Seniorenklasse auf und gewinnt seine erste österreichische Meisterschaft. Als Schatten des Olympiasiegers Hradetzky nimmt er an zahlreichen internationalen Bewerben teil die sehr erfolgreich verlaufen.
Nach Kriegsende übersiedelt er beruflich nach Steyr. Auf Anhieb ist er wieder der alte und 1946 wird er zweifacher o.ö. Landesmeister. Sein ganzes Streben ist auf die Olympischen Spiele 1948 gerichtet. Große, verheisungsvolle Erfolge stellen sich ein. Zwei o.ö. Landesmeisterschaften 1947 und Staatsmeistertitel gesellen sich zu zwei ehrenvollen zweiten Plätzen bei den Europameisterschaften. Im olympischen Jahr bringt ihn aber ein Formtief um die Teilnahme in London. Trotz dieses Formtiefs, bedingt durch Übertraining, wäre seine Nominierung ins Olympiateam am Platze gewesen. Erst im Mai holte er sich wieder zwei schöne Siege bei der internationalen Regatta in Mühlhausen.
Fritz Rittsteiger ist zweifellos einer der erfolgreichsten Sportler Oesterreichs in seiner Sparte. Mit 138 Regatta-Siegen, davon 16 österreichische und zwei deutsche Meisterschaften, weist er eine seltene Erfolgsserie auf. Seine sportliche Auffassung gewährleistet, dass wir von diesem ausgezeichneten Sportsmann noch viele schöne Erfolge erwarten können." (Quelle: Zeitungsausschnitt ohne weiterer Angaben; zur Verfügung gestellt von Franz Zeilner)


Karl 'Mandi' Rupp

2.2.1933 - 20.3.1957 (Rosenheim)



'Gell, schreims fei net so vui nei', lacht uns der Mechaniker-Gehilfe an. Der 22jährige Blondschopf mit den lustigen Augen ist am Samstag der erste Wildwassermeister der Faltbootfahrer in der Bundesrepublik geworden. 'I hab vui Glück ghabt in Anbetracht der 20 Umschmisse', schwächt er seinen Erfolg ab - weiterlesen
(Quelle: Privatarchiv, Zeitung unbekannt)

Auszug aus dem Nachruf von Hus:

Der Deutsche Wildwassermeister 1955, Karl Rupp, Rosenheim, ist in der Nacht zum 20. März den schweren Verletzungen erlegen, die er sich beim Training für die Chiemgau-Skimeisterschaften am 10. März am Wendelstein durch einen Sturz zugezogen hatte.
Karl Rupp war im Wildwassersport außerordentlich begabt. Als Jugendlicher kam er 1952 zum Kanusport und errang 1955 auf der oberen Ammer als Erster mit einem klaren Sieg den Wildwassermeister-Titel. 1956 konnte er ihn deshalb nicht verteidigen, weil er mit der deutschen Mannschaft am Arkansas-Wildwasser-Rennen teilnehmen durfte.
Bei seinen Sportkameraden erfreute er sich besonderer Beliebtheit. In der Geschichte des deutschen Wildwassersports wird er weiterleben.(Quelle: Kanu-Sport, 1957, S.120)


© Ilse Entner